Samstag, 29. Oktober 2011

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Heimkehr im Körnerpark




Die Welt „fügt“ sich nicht. Weder einem Willen, noch zu einem Bild. Mit Ersterem wird man leben müssen, ja leben wollen. Alles andere wäre schrecklich. Letzterem kann man abhelfen. Yiannis Psychopedis tut das. Nicht mit dem einen, mit vielen Bildern. Komplexität braucht Raum, Farben, Figuren, Material. Und immer wieder neue Versuche und Auslegungen. Seine im Körnerpark ausgestellten Werke leben von Montage, Schichtung, Widerspruch. „Gebaut“ aus Strandgut, Fotografien, Alltagsgegenständen und Malerei, zwingen sie Zeitgeschehen und Antike, Brot und Gewalt, Tradition und Aufbruch zu- und ineinander. So wie sich die künstlerischen Gestaltungsformen ergänzen, so weisen die vielschichtigen Realitäts- und Zeitebenen auf nach wie vor Unabgegoltenes: Schaut auf diese Welt und macht was daraus. Denn so, wie sie ist, kann sie nicht bleiben. Trost spendet sie wohl im Kleinen, wie auch im Augenblick. Gut geht es uns allen aber erst, wenn das Brot geteilt, die Schlacht geschlagen und das gemeinsame Haus gebaut ist. So könnte Heimkehr aussehen. Heimsuchen!


Montag, 24. Oktober 2011

Sonntag, 23. Oktober 2011

all we are saying ...


Im Kurhallen-Parkrondell mit Muschel – ich denke dabei an Travemünde – spielt eine 10köpfige Bigband. Sie gibt, selten zwar, auch mal das eine oder andere Beatleslied zum Besten. Die sind damals - 1964 - frisch. Die Stücke. Nicht die Bigband. Anstößig. Und Anlaß, Generationen gegeneinander aufzubringen. Was tut die Band? Sie reduziert, weicht im und mit Gebläse auf, entspannt, macht breit, was spitzt und scharf ist, zieht den Zahn und die Schärfe. Die Sahnetorte bleibt auf dem Teller. War es so? Die Kurhalle gab’s. Die Beatlesinterpretationen zu der Zeit sicher noch nicht. James Last - ein ganz Großer, um nicht falsch verstanden zu werden -, und im Gefolge die vielen Mietcombos, brauchten immer ein paar Jahre, um dem musikalischen Spirit etwas „breitwandiger“ nachzukommen. 1970 wird’s auch die Kurhallen erreicht haben. Da war ich dann aber nicht mehr da. Jetzt lässt sich das nachholen. Das Erlebnis. Die Kurhalle, die (Big)Band, die Sahnetorte, der Aufbruch, das Gefühl, an etwas wichtigem beteiligt (gewesen) zu sein. Bill Friesell, Greg Leisz, Jenny Scheinman, Tony Scherr, Kenny Wollesen haben Songs von John Lennon vertont. Leichtfüßig, gewandt, verspielt, manchmal schräg, manchmal verträumt, virtuos instrumentiert. Mal nah am Original, mal in ausgefeilten Schleifen den Song einkreisend, improvisierend ausreizend, um ihn „nachhause zu bringen“. Offen. Das hört sich wie eine Partitur, die geschrieben, gelesen und gesungen werden will. Erinnerungen kommen hoch, jedes Lied spürt alten Geschichten nach, jeder Song ruft Textzeilen ab, der Körper singt mit. Großartig! Mitnehmen.

Samstag, 22. Oktober 2011

Freitag, 21. Oktober 2011

.... viel, viel Geld .....


"Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen." Ja, der Mann bleibt sich treu! Nicht Not und Elend von Menschen, die ihre Lebensgrundlage durch Spekulationsgeschäfte verlieren, treiben ihn an, sondern der Ruf seiner Bank. „Handle so“, schrieb Kant 1797, „daß du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit als Zweck, niemals nur als Mittel brauchst.“ D’rauf gespuckt. 30 Jahre Neoliberalismus haben die Reste sittlichen Anstands abgeräumt, moralische Vorbehalte unter Bilanzen versteckt. "Der Wille“, sagt Kant weiter, „ist ein Vermögen, nur dasjenige auszuwählen, was die Vernunft unabhängig von der Neigung - (viel, viel Geld zu machen) - als gut erkennt." Will sagen, es ist immer - sofern wir es mit einer Person zu tun haben - eine Entscheidung im Bewusstsein der Folgen des eigenen Handelns. Was nun hilft? Nicht nur Banker, auch Banken müssen in’s Geschirr zurück.

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Mittwoch, 19. Oktober 2011

Dienstag, 18. Oktober 2011

Hände weg vom Acker, Mann


Systeme erzeugen Handlungsketten, die so lang sind und so viele Schleifen nehmen, dass am Ende aus "lauteren" Motiven und Geschäftigkeit, Hunger, Elend und Tod resultieren. Wer das überblickt und verantwortet? Na die, die die Kette in Gang bringen, am Laufen halten und daraus ihren - man mag's ja gar nicht mehr sagen, so blöd klingt das - Profit schlagen. Es wundert daher nicht, dass, wo immer die Dinge sich für Wenige zum Guten, für viele zum Schlechten wenden, ein Ackermann verantwortlich zeichnet. Ob ein Brief hilft, weiß ich nicht. Schaden tut's nicht. Zeichnen!

Sonntag, 16. Oktober 2011

Samstag, 15. Oktober 2011

Occupy Berlin


99% nutzten das schöne Wetter, um zu shoppen, durch die Stadt zu bummeln oder in den Cafes die letzten Sonnenstunden des Jahres zu genießen. 0,01% brachen am Alex auf, gaben eine muntere Demo und occupyten Reichstagswiese und den Vorplatz des Kanzleramtes. Mit abschließenden Diskussionsrunden, kreisendem Mikro, guter Stimmung und der Gewißheit, dass auch an anderen Ecken dieser Welt ein paar Unentwegte ein bißchen Krach schlagen.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

100 Jahre




„Dass mir die Musik im Blut liegt, habe ich herausgefunden, als wir als Jungs in unsere Schulaula eingebrochen sind. Ich sah das Klavier dort stehen und habe gleich angefangen zu spielen – mir war sofort klar, dass ich den Rest meines Lebens nichts anderes machen wollte als Musik.“
Lernanlässe gibt es viele, wie das Zitat zeigt. Was sich daraus entwickelt, kann niemand sagen. Quincy Jones hat sie, die Regelverletzung, nicht geschadet. Warum und worauf ein Kind „anspringt“, hängt von vielen Randbedingungen und Zufällen ab. Das mag man „zuträgliches Lernmilieu“, „zugewandtes“ Lehrpersonal, eine „begünstigende“ Umwelt oder auch Begabung nennen. Sicher ist, heute spielt Schule die Rolle des „Einfall- und Ausfalltores“ in’s Leben. Kein Kind kann dieser Institution entrinnen. Im Guten wie im Schlechten. Zwischen 6 und 16 Jahren prägt Schule Leben, Alltag und Lernen von Kindern und Jugendlichen. Dass dies nicht immer so war, haben die Kinder der Rixdorfer Grundschule anlässlich des hundertjährigen Bestehens ihres Schulgebäudes dokumentiert. Ein 14-Stundentag als Hausmädchen im Dienste der „Herrschaft“ im Jahre 1911, ein „normaler“ Schultag mit disponiblem Nachmittag und Abend heute. Frei von „Arbeit“, frei von den „herrschaftlichen“ Zumutungen einer ständischen Klassengesellschaft. Das immerhin. Wer das Fest nutzte, um sich umzugucken und zu informieren, stellte fest, dass das "hippe Neukölln" diese Gelegenheit ausließ. Die Kinder der Zugewanderten bleiben hier unter sich. Dies erstaunt, da doch Bedarf angemeldet wird:
„Mehr gute Schulen, mehr gute Kitas! Das ist gerade Thema für mich, weil ich eine Schule für meine Tochter suche. Mein Kind wird wohl nicht in eine Neuköllner Schule gehen, das ist sehr schade. Es wäre so schön, wenn meine Tochter ganz in der Nähe in eine tolle Schule gehen könnte und zu Fuß ihre Spielkameraden erreichen könnte.“
Die Rixdorfer Grundschule ist eine engagierte Schule mit einer engagierten Schulleiterin. Sie ist und wird so gut, wie die, die ihre Kinder hier einschulen, das Schulleben mitgestalten, begleiten und fördern. Wo das Problem liegt? Es fehlt offenbar der Mut, das „Milieu“ zu verlassen und im Wohnbezirk „anzukommen“. Das soll kein Vorwurf sein. Die Angst, das eigene Kind nehme Schaden, wenn es mit den Nachbarkindern die Schulbank drückt, muß man ernst nehmen. Aber, um oben anzuschließen, den aktiven Part in Richtung Segregation spielt heute die Mittelschicht: Bildung trennt, Lernanlässe bleiben ungenutzt, Kinder begegnen sich nicht und können auch nicht voneinander lernen.Was ich damit sagen will? Einbrechen lohnt sich!


Dienstag, 11. Oktober 2011

Sonntag, 9. Oktober 2011

Freitag, 7. Oktober 2011

Pasta-Mal


Schlicht, ohne jeden Schnickes, als Blickfang nur der Tresen. So präsentiert sich seit ein paar Tagen die Nudelbude. In der Weichsel 64. So schlicht das Interieur, so schlicht die Karte. Pasta, Pasta und noch mal Pasta. Aber: hausgemacht, in allerlei Variationen, wohlschmeckend und preiswert. Wer am großen Fenster sitzt, hat auch noch Programm: das geschäftige Treiben auf der Weichselstraße. Einkehren! Und ruhig mal nudeln lassen!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Montag, 3. Oktober 2011

Biotop


Ein (un)trügliches Zeichen für soziale Veränderung im Kiez ist der Zuzug eines Bio-Supermarktes. So geschehen an der Weichselstraße, Ecke Sonnenallee. Nun ist das kein Grund zur Sorge, da hier die Mischung noch stimmt und gegen Vielfalt nichts einzuwenden ist. Allerdings sind in den letzten zwei Jahren die Mieten im Quartier bei Neuvermietungen erheblich gestiegen, der Druck auf Altmieter wächst und die Nähe zum Tempelhofer Feld wertet Neukölln-Nord insgesamt auf. Auch das könnte man noch als gutes Zeichen für einen Aufwärtstrend werten. Neu Hinzuziehende, ein Zuwachs an Einkommen, höhere Umsätze des ortsansässigen Einzelhandels, mehr Arbeitsplätze, neue Läden usw. Aber Bio-Supermärkte sind mitnichten sozial orientierte Unternehmen, mit ordentlichen Löhnen und gutem Betriebsklima. Den Kundinnen bieten sie gegen Aufpreis einen Ablasshandel, ihren Mitarbeiterinnen gegenüber treten sie (häufig) nicht anders auf als die großen Supermarktketten. Gingen in den Ursprungstagen der Bioläden Selbstverwaltung, achtsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen, Orientierung an althergebrachten Produktionsformen und regionaler Erzeugung und der - vielleicht ja naive - Gedanke, Teil einer sozialen Bewegung zu sein, Hand in Hand, so herrschen heute betriebswirtschaftliches Denken und Arbeitgebermentalität. „Es muß sich halt rechnen“. Für wen, warum und mit welchen Folgen, bliebt auch hier zumeist unbeantwortet. Was uns das sagt? Die Frage, wie wir miteinander leben wollen, was gut und recht ist, entscheidet sich nicht an der Ladentheke.