Donnerstag, 18. Februar 2010


Natürlich is' Berlinale.

Raum (5 - 10)

Mittwoch, 17. Februar 2010


Raum (4 - 10)

Dienstag, 16. Februar 2010


Raum (3 - 10)

Montag, 15. Februar 2010


Raum (2 - 10)

Sonntag, 14. Februar 2010

Raum

Raum ( 1 - 10)

Mit zunehmendem Alter - Lebensalter - verlieren Geschichten, Erlebnisse, Sachverhalte, Zusammenhänge an Kontur. Vieles überlappt, fällt ineinander, rückt an einen anderen Platz, verliert an Schärfe. Ganze Zeitstrecken und Erinnerungen verblassen. Die emotionale Intensität, nicht zu verwechseln mit emotionaler Wärme, lässt nach. Aus Erlebnisdichte weicht der Überdruck. Andererseits weitet sich - unaufhörlich - Summe und Spektrum dessen, was aufgenommen und organisiert sein will. Unzählige Informationen, die Arbeit am Gegenstand, Beziehungskontakte und Lebenserinnerungen türmen sich als Ablagerungen in Form von alterszyklisch durchlaufener Erfahrung, erworbenem Wissen, erlebter Freude und gefühltem Leid zu Lebens-Landschaften in ungeordneten Schichten auf. Ein weites Gelände. Entgrenzt. Orientierung suchen ältere Menschen daher nicht im Detail. Orientierung liegt in der Rahmung. Sie funktioniert dann, wenn Raumerfahrung und Unschärfe einander bedingen. Jenseits des Tunnelblicks, der Unbedingtheit, des blinden Willens und überschießender Energie liegt ein „Reich“ der Weitläufigkeit und Gelassenheit. Was das mit Foto-Kryptik zu tun hat? Nur soviel, dass man nie wissen kann, ob man einem Irrtum aufsitzt. Anders formuliert: Falsche Gelassenheit bindet Erfahrung an die Macht des Faktischen und bringt uns in Gegensatz zu Autonomie. „Zur Sprache, die Autonomie versteht“, schreiben Negt und Kluge in einem anderen Zusammenhang, „gehört eher das Unbekanntmachen als die zusätzliche Häufung von Verständlichkeit.“ *

* Oskar Negt / Alexander Kluge, Geschichte und Eigensinn, Frankfurt a.M. 1981, S. 1089

Donnerstag, 11. Februar 2010

Neuköllner Wirtschaft


Wenn Einrichten ein Indiz für Ankommen ist, dann sagen die Fachgeschäfte - die nachwachsenden - etwas aus über die Gewohnheiten und Lebensperspektiven der im Kiez wohnenden Bevölkerung. Kaum ein Segment der lokalen Ökonomie, in dem nicht auch Zugezogene - ob im Einzel- und Großhandel, Gastgewerbe, Logistik, Baugewerbe und zunehmend auch in unternehmensorientierten Dienstleistungen und im verarbeitenden Gewerbe - unternehmerisch aktiv sind oder werden. Ob der Begriff der „Ethnischen Ökonomie“ glücklich gewählt ist, mögen andere entscheiden. Sicher ist zumindest soviel: Die Grundversorgung wird in Nord-Neukölln zu einem Gutteil von türkisch-arabischen Geschäften besorgt. Lassen wir einmal die vielen Restaurant’s, die Imbiss-, Döner- und Backshops, Änderungsschneidereien, den Trödel, Lebensmittel- und Supermärkte außen vor, entstehen typische Fach- und Nischengeschäfte vor allem in den Bereichen Essen, Bekleidung und Wohnen. Dass reicht dann von der - sehr zu empfehlenden - Nussrösterei, den Fachgeschäften für Gardinenzubehör oder „schickliche“ Kleidung, bis hin zu den vielen kleineren wie größeren Einrichtungshäusern. Was davon bleibt, Bestand hat und der Karl-Marx-Straße, der Sonnenallee und den Seitenstraßen ein Gesicht geben wird, muß sich zeigen.

Samstag, 6. Februar 2010

Ankommen


Der Flyer zeigt’s: Das Team in Boxershorts, mit Boxhandschuhen bewehrt, ein Hammer oben, ein Schraubnagel unten. Dazwischen muß es irgendwo sitzen, das Geheimnis. „Hau drauf. Gentrifizierung als Hobby“. Ein genialer Titel. Für eine Ausstellung. Tut’s und tut’s doch nicht. Hämmern schon eine Schneise in’s abgehängte Quartier und hängen mit symphatischer Geste die weiße Flagge aus dem Fenster. Das Künstlerteam. Wir spielen nur. Den Boxer wie den Handwerker. Milieugeruch und harte Arbeit als Eintrittskarte in „Feindesland“. Habachtstellung und Seßhaftwerdung. Mal sehen, ob’s klappt. Hinter der Tür im Laden: Eine Treppe, fachgerecht zusammengezimmert, pastellfarben, hellblau. Sie führt nach vier Stufen „an die Wand“. Parkettfliesen als Muster gereiht, teils bemalt, teils furniert. Dazu allerlei Objekte, die die Besucher zuordnen können, wenn sie denn wollen. Ein Angebot zum Friedensschluß. Noch bis zum 26.02.2010 in der Galerie S.G.P.G.I.B. Behämmert, wer nicht hingeht.