Freitag, 18. September 2009


Neuköllner Bilder-ABC. Heute:
Y wie Neuköllner Yoga

Donnerstag, 17. September 2009


Ein guter Auftakt für das QM Donaustraße-Nord? Ja und Nein. Ja, die Aula der Rixdorfer Grundschule war gut besucht. Dazu trug sicher bei, dass zu Beginn Mädchen der 5. Klassen mehrere Tänze aufführten. Sie sahen stolze Eltern und Geschwister und ein applaudierendes Publikum. Die nachfolgende Vorstellung des QM-Teams, eingerahmt in die obligatorisch humoristische Begrüßung durch Heinz Buschkowski und ein kurzes Grußwort seitens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, ging angenehm knapp und mit wenigen Powerpoint-Schablonen über die Bühne. Inklusive kurzer und kritischer Nachfragen, womit sich denn der Schillerkiez die geplante Task-Force verdient habe. Dann ab zum Buffet und Small Talk danach.
Nein, weil die Veranstaltung das ganze Dilemma der QM-Konstruktion offenbahrte. Routine, Routine, Routine. Das enge Korsett, in dem QM’s agieren, zwingt regelrecht dazu, Aufgaben professionell abzuarbeiten. Es fließt Geld in vernachlässigte Quartiere, sortiert nach Fördersäulen, juriert durch gewählte und nach Proporz zusammengestellte Gremien, terminlich festgezurrt und mit dem Druck versehen, die Mittel fristgerecht und „ordentlich“ auszureichen und abzurechnen. Im Zweifelsfall wählt man die „sicheren Projekte“, sucht gezielt Kooperationspartner und spricht insbesondere Institutionen - Schulen und Kita’s etwa - an. Es wundert daher nicht, dass alle QM’s, obwohl in unterschiedlicher Trägerschaft, kaum unterscheidbar agieren und keine eigene „Handschrift“ ausbilden.
Was auf der Strecke bleibt, trotzt aller Verlautbarungen, sind Experimente mit offenem Ausgang und die - wie eine Monstranz - hochgehaltene Bewohnerbeteiligung. An 99% der im Kiez Lebenden gehen die Aktivitäten des QM’s vorbei. Wie viel Nachbarschaft an diesem Abend vertreten war, war schwer auszumachen. Eltern ganz sicher, etliche Lehrerinnen und Lehrer, die aus anderen Stadtteilen anreisen, ansonsten Funktionsträger, woher und warum auch immer. Um nicht missverstanden zu werden. Die Vergabe von Mitteln an Projekte, die in anliegenden Schulen und Kita’s Gutes tun und bewirken, geht völlig in Ordnung. Dafür braucht es aber kein QM. Das Geld könnte den Institutionen direkt zukommen und von diesen – in Abstimmung mit Eltern wie Schülerinnen und Schülern – verausgabt werden. Gestärkt werden könnten ebenso Kinder- und Jugendeinrichtungen, die im näheren Umfeld arbeiten, um Kooperationsprojekte aufzubauen, zu stärken oder zu sichern. Gegenteiliges erleben wir allerdings derzeit in Berlin. Dem Geld, was über QM’s in die Gebiete gepumpt wird, stehen vielfach höhere Summen gegenüber, die über Sparvorgaben und Streichungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit erbracht werden müssen. Nicht nur kein Nullsummenspiel, sondern - auf’s Ganze betrachtet - ein Verlust. Dafür können die Kolleginnen und Kollegen des QM’s nichts. Sie sollten aber wissen, dass ihre Arbeit auch Teil einer bezirklichen wie gesamtstädtischen Politik ist, die sich mehr und mehr der Armutsverwaltung verschreibt.
Bewohnerbeteiligung, sofern sie mehr meint als die Mitnahme der ohnehin schon Aktiven, ist mit den gewählten Methoden nicht zu haben. Was bleibt, ist ein über Berlin gespanntes Netz von Projektbüros, die in der einen oder anderen Form öffentliche Mittel verausgaben. Beschäftigungsmaßnahmen für Stadtplanerinnen, Architekten und andere studierte Menschen. Auch das geht in Ordnung, ließe sich aber sicher auch anders bewerkstelligen. Die eigentlichen Probleme in den Quartieren hängen an Arbeit und Einkommen. Dass die QM’s hier keinerlei Wirkung haben, kann ihnen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Es hieße, diese Maßnahmen völlig zu überschätzen. Vorschlag: ideologisch abrüsten, ein gesunden Pragmatismus pflegen, nach neuen Modellen von Bürgerbeteiligung suchen, selbst wenn die „Verwaltungsvorgaben“ drücken. Risiken eingehen und nicht nur die sicheren Wege wählen.

Sonntag, 13. September 2009


Noch bis zum 27.09.2009 kann durchatmen, wen Stillstand in Bewegung hält. Lücken in Zeit, Raum und Leben sind kein Anzeichen beginnender Demenz, sondern - folgen wir Peter Grosshauser, Hanna Frenzel, Lena Siebertz, Carola Göllner und Markus Draese - Formen der Selbstvergewisserung, Standortbestimmung, des Innehaltens. Wer aus dem „Ruhemodus“ heraus an Grenzen stoßen möchte, wird bereits ab dem 02.10.2009 „an die Hand“ genommen und so gewissenhaft wie international „bespielt“. Wo? In der Alten Post in Neukölln.


Bunt war’s. Gut zu sehen, dass doch eine ganz ansehnliche Zahl von Engagierten Soziales, Ökologie und - wie gestern - Bürgerrechte zum Anlaß nimmt, um deutlich Position zu beziehen. Auch dabei die FDP, die Mensch auf Markt reimt. Da werden die Piraten aufpassen müssen, dass ihre Anliegen nicht unter die Räder findig agierender Politstrategen geraten, die ein ganz anderes Geschäft betreiben.

Zu seiner neuen Tätigkeit als Lobbyist von RWE befragt, sagt Joschka Fischer: "Das ist mehr oder weniger das Gleiche, was ich früher gemacht habe. Nur arbeite ich jetzt für ein Unternehmen." Eine klare Ansage. Eine Ansage, die die Politik der Grünen in einem denkbar schlechten Licht dastehen lässt, aber doch manches erklärt. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ und geladener Gast bei Ackermann’s 60’stem, sagt: „Um auf das nette Abendessen zu kommen: die entscheidende Frage (…) lautet: wußten die handelnden Personen, das das System implodiert oder dachten sie (bei einem Geburtstag naheliegend), daß das System sie überlebt. Und wenn man darüber nachdenkt, dann fällt einem ein, dass manchmal Belanglosigkeiten Folgen von Kontrollverlust sind. Halt das, was wir kennen: Chaos as usual.“ Beiden ist gemein, dass sie glauben, ein Recht auf Sorglosigkeit im Umgang mit den ihnen anvertrauten Aufgaben – Informations- und Gestaltungsmacht – zu besitzen. Mit den Folgen möge ihnen keiner kommen. Zu groß die Welt, als das dies ernsthaft mitbedacht werde könnte. Chaos as usual. Ob das System implodiert oder nicht, stand allerdings nie zur Debatte. Wer sehen wollte, wusste, dass die Finanzwirtschaft den ganz großen Ballon aufblies, sekundiert von einer neoliberal aufgestellten, willfährigen Politik. An mahnenden Stimmen hat es nicht gefehlt. Zu groß war - und ist - der Ertrag, der ein Restgewissen ruhig stellt, zu massiv die Durchschlagskraft partikularer, aber mächtiger Interessen. Ob Überredungskünste überhaupt von Nöten waren, darf bei Fischer wie Schirrmacher bezweifelt werden. Ihr persönliches Motto lautet: Hoppla, hier komme ich. Pure Selbstbezüglichkeit. Bläht das eigene Ich, kann es der Welt nicht wirklich schlecht gehen. Platzt es, was soll’s. Nach uns kann ohnehin nichts Gescheites mehr kommen. Verantwortungslosigkeit gepaart mit eitlem Gehabe und Sendungsbewußtsein. Große Jungs, denen wir die Welt überlassen. Warum eigentlich?

Freitag, 11. September 2009


Neuköllner Bilder-ABC. Heute:
J wie Neuköllner Jalousie

Donnerstag, 10. September 2009













Neuköllner Bilder-ABC. Heute:
L wie Neuköllner Lunge

Mittwoch, 9. September 2009


Neuköllner Bilder-ABC. Heute:
D wie Neuköllner Dunkelheit